|
Der Verbrauchsausweis gibt den Energieverbrauch eines Hauses der vergangenen drei Jahren für Heizung und Warmwasserbereitung an. Das Ergebnis ist beim Verbrauchsausweis stark vom individuellen Nutzungsverhalten der Nutzer abhängig. Bei der verbrauchsorientierten Variante des Ausweises wird die Energieeffizienz aus der innerhalb eines Jahres tatsächlich verbrauchten Energiemenge ermittelt.
Das Problem bei dieser Methode der Berechnung ist, dass weniger der Zustand eines Gebäudes, sondern eher das Verhalten seiner Bewohner bewertet wird. Der verbrauchsorientierte Ausweis bildet nämlich ab, ob Familien mit Kindern oder eher berufstätige Singles in einem Haus wohnen. Die Qualität der Gebäudehülle verschiebt die Skale nur in eine der beiden Richtungen. Viele extreme Verzerrung kommen im Ausweis zum Tragen.Verbringen die Bewohner etwa den ganzen Winter in Spanien anstatt in ihren eigenen vier Wänden in Deutschland, wäre ein Null-Energieverbrauchs-Haus die Folge bei der Berechnung der Energieeffizienz dieses Hauses.
Wird ein Gebäude etwa elektrisch beheizt, ist der Verbrauchskennwert sehr niedrig (z.b. 80kwh/m²/a), da eine Direktbeheizung stattfindet. Hier wird aber nicht der "Anlagenaufwand" berücksichtigt. Der entstricht etwa dem 2,7-fachen einer Gasheizung - also doch ein recht hoher Bedarf von 200kwh/m²/a.
Aussagekräftiger ist deshalb immer der bedarfsorientierte Ausweis, der eine Bestandsaufnahme der Dämmung, der Baumaterialien und des Heizsystems erfordert. Daraus wird errechnet, wie viel Energie das Gebäude bei durchschnittlichem Nutzverhalten benötigt.
Auch der verbrauchsorientierte Gebäude-Energieausweis hat zehn Jahre Gültigkeit!
|